Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren


http://myblog.de/pj-auf-martinique

Gratis bloggen bei
myblog.de





Dominica

Hallo ihr Lieben, unser Ausflug nach Dominica - nördlich von Martinque gelegen - an einem verlängerten Wochenende ist zwar nun schon etwas länger her, dennoch unbedingt einen Blog wert. Edith und ich waren überglücklich, als wir es geschafft haben, uns Tickets für die große Fähre nach Dominica zu sichern. Ihr müsst euch vorstellen, dass auf Martinique Behörden-artige Gänge zunächst super kompliziert wenn nicht fast unmöglich zu sein scheinen, letztlich ist dann doch irgendwie alles ganz einfach. Jedenfalls wollten wir unsere kleine Fähre nach Fort-de-France, der Hauptstadt von Martinique, nehmen, von wo die große Fähre abfährt. An diesem Donnerstag war aber ein Feiertag - "abolition de l'esclavage" (Abschaffung der Sklaverei) -, sodass unsere Fähre gestreikt hat. Da standen wir nun am Steg mit vielen anderen Wartenden. Ich habe dann einfach ein Pärchen angesprochen und gefragt, ob wir uns vielleicht ein Taxi teilen wollen. Wie der Zufall es so wollte, hatten die beiden ein Auto und haben uns zu ihrem Ausflugsziel auf der anderen Seite der Bucht mitgenommen: Ein Marineschiff, welches für wenige Tage in Fort-de-France bleibt und nur ein paar hundert Meter von der großen Fähre entfernt lag. Dieses Pärchen haben wir dann später als Dank zu uns auf ein Bierchen eingeladen; inzwischen treffen wir uns einmal die Woche und haben sogar schon zusammen einen Wochenendausflug in den Norden von Martinique gemacht. Auf Dominica haben wir im St. James Guesthouse übernachtet, absolut empfehlenswert. Die Besitzer Carol und Phill haben uns herzlich empfangen und uns viele Informationen zur Insel gegeben. Abends haben wir in ihrem Restaurant kreolisch gegessen: Dorade mit Reis, Kochbananen und gedünsteten Bohnen, ein Gaumengenuss! Am selben Abend haben wir uns noch mit unserem Guide zusammengesetzt, um die nötigsten Dinge für unsere große Wanderung am nächsten Tag zu besprechen. So wurden wir um 6.20 Uhr von unserem Guide abgeholt und sind mit den "local busses" nach Laudat gefahren, wo unser Hike losgehen sollte. Im Reiseführer haben wir am Tag vorher folgendes gelesen und waren sehr gespannt, ob wir uns nicht zu viel vorgenommen haben: "Die 7- bis 8-stündige Tour ist anstrengend, eine Herausforderung, die nur annehmen kann, wer in guter körperlicher Verfassung und geübter Bergwanderer ist." Die hat also in Laudat begonnen, einem Dorf am Fuß des Morne Nicolas. Zunächst ging es - begleitet vom Vogelgesang des Mountain Whistlers - eine gute halbe Stunde sanft bergan durch Koniferenwälder bis zum Breakfast River. Unterwegs gab es viele kleine Informationen von unserem Guide. Hinter dem Fluss begannen die Hänge des Mount Nicolas. Der Weg wurde steiler und rutschig, führte an Wasserfällen und Schluchten vorbei - begleitet von leichtem Nieselregen. Tief hängende Wolken versperrten teilweise die Sicht, Stück für Stück gelangten wir in die höher gelegenen Elfin Woodlands, wo Zwergfichten vom Wind bizarr verformt und von Moos und Flechten überwachst sind. Schließlich folgte der schwierigste Teil der Wanderung, der "Kletterpart". Durch das Valley of Desolation, das Tal der Verwüstung, ging es über einen Ziegentrail auf nassen, glitschigen Felsen abwärts, sodass wir zum Teil auf dem Hosenboden die Felsen runtergerutscht sind. Am Ende des Kletterparts erreichte uns ein atemberaubender Ausblick: Das Schwefeltal (Sulphur Springs) mit seinen heißen dampfenden Quellen - im Hintergrund das Blubbern der kochenden Schlammlöcher. Nicht zu vergessen der Geruch nach verfaulten Eiern!! Es gibt Leute, die in den heißen Quellen Eier kochen, weswegen auch scherzhaft behauptet wird, der Geruch würde daher kommen. Unsere nächstes Ziel dieser Wanderung war der Boiling Lake, ein "kochender See". Die Seiten des Kraters fielen etwa 20 bis 30 Meter zum Wasser hin ab, da möchte man nun wirklich nicht reinfallen! Beim Boiling Lake war Halbzeit und wir haben uns eine ländere Pause verdient, bevor es wieder den ganzen Weg zurückging. Am Ende erwartete uns ein kühles Bad in der Grotte von Titou Gorge, in der wir hineingeschwommen sind, ein Traum von Natur! Hier wurde übrigens auch ein Ausschnitt aus "Fluch der Karibik" gedreht, wie so an vielen Orten dieser Insel. Abends haben wir uns ein lokales Basketballspiel auf einem Sportplatz in der Nähe angeschaut, dazu gab es "grilled barbecue chicken" als Snack und zur Erfrischung das lokale Bier "Kubuli" bzw. Kubuli Shandy (ein Bier-Brause-Mixgetränk). Den darauffolgenden Tag haben wir etwas entspannter angehen lassen. Mit den local busses sind wir zum südlichsten Ende der Insel gefahren und gelaufen, wo das Karibische Meer auf den Atlantik trifft. Auf dem Weg dorthin haben wir Soufrière durchquert, ein putziges Schifferdörfchen, wo wir uns - wie konnte es auch anders sein - ein Kokoseis gegönnt haben. Den restlichen Tag haben wir am "Champagne Beach" verbracht, der seinen Namen durch die kleinen blubbernden heißen Quellen am Strand verdient hat, die an Champagnerbläschen erinnern. Am nächsten Vormittag sind wir gemütlich über den Stadtmarkt geschlendert, ansonsten stand die Stadt still: Sonntags fahren weder die öffentlichen Verkehrsmittel noch sind lokale Restaurants geöffnet. Danach ging es mit Muskelkater, aber dennoch gut erholt mit der Fähre zurück nach Martinique.
18.6.14 23:47
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung