Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren


http://myblog.de/pj-auf-martinique

Gratis bloggen bei
myblog.de





Lille und Paris

Bonsoir à tous!! Inzwischen sind wir - und damit meine ich Fabian und mich - auf Martinique angekommen, eine traumhafte Insel, aber dazu später mehr in einem anderen Blog. Nele und ich sind also am späten Sonntagnachmittag, den 27. April, mit dem TGV von Brüssel nach Lille gefahren, wo wir herzlich von meiner Freundin Valériane, auch Val genannt, empfangen wurden. Ihr deutscher Freund Nicolas war auch gerade zu Besuch und so haben wir direkt am ersten Abend die für Nordfrankreich (mehr oder weniger typischen) "Croque monsieur" gemacht - Sandwiches mit Käse und Schinken im Ofen überbacken, ganz einfach und super lecker! Abends haben wir noch einen längeren Spaziergang durch weniger schöne Viertel und durch die sehr schöne Innenstadt gemacht, die wir am Folgetag noch näher erkundet haben. Val musste am nächsten Tag arbeiten (sie studiert auch Medizin und macht gerade ein Praktikum im Krankenhaus), sodass ich dann Nele ein bisschen durch Lille geführt habe. Wir sind durch die "Citadelle" geschlendert, ein großer Naturpark mit ehemaliger Festung in der Mitte, dort haben wir ganz viele Enten mit ihren putzigen Küken beobachtet. Mittags sind wir in ein ulkiges Restaurant beim "Place aux oignons" (Zwiebelplatz übersetzt) eingekehrt, wo wir das sogenannte "Welsch" gegessen haben: Der für Nordfrankreich bekannte kräftige Weichkäse "Maroilles" zusammen mit Bier überbacken auf Brot, ein Gaumengenuss für alle, die kräftigen Käse mögen. Nachmittags standen noch die wunderschöne Altstadt Lilles auf dem Programm, ein Spaziergang durch die Partystraße "Rue Solférino", wo ich letztes Jahr in einer WG mit François, Élise und dem verrückten Kater Pommes d'Api gewohnt habe (meine Mitbewohner waren aber leider nicht da bzw. sind auch inzwischen umgezogen), und natürlich mein Lieblingscafé Méo, wo wir die für Lille bekannten "Merveilleux" zusammen mit einem "petit café" (was im Deutschen eher einem Espresso entspricht) probiert haben. Diesen Monat gab es sogar meine Lieblingssorte Spekulatius und für Nele Kokos!! Es klingt so, als hätten wir auf unserer kleinen Rundreise nur gegessen, naja, also ganz unwahr ist das auch nicht, aber ich habe mich so gefreut Nele die verschiedenen tollen Gerichte zu zeigen. Abends haben wir uns noch mit ein paar Freunden von mir getroffen, die selbst noch in Lille wohnen. Es war sehr schön ein paar von ihnen wiederzusehen!! In Lille sind wir bis Mittwochmorgen geblieben. Dienstag war Vals Geburtstag und den haben wir auch ein bisschen gefeiert. Vormittags war sie noch im Praktikum und wir haben die Zeit genutzt, auf einen Aussichtsturm, den sogenannten Beffroi, zu steigen, von wo aus wir gut über Lille gucken konnten. Nachmittags haben Val, Nele und ich "Ch'tiramisu" gemacht, also Tiramisu mit Spekulatius, meines Erachtens eine bombastische Erfindung. Nicht nur in Belgien, auch in Nordfrankreich gibt es viele Gerichte mit Spekulatius, was gern mit "Ch'ti" kombiniert wird. Das rührt wahrscheinlich ein bisschen von dem Film "Bienvenue chez les Ch'tis" her, der in Bergues in der Nähe von Lille 2008 gedreht wurde, wodurch auch Lille sehr bekannt wurde. Warum gerade Spekulatius-Köstlichkeiten mit "ch'ti" bezeichnet werden, habe ich noch nicht ganz verstanden, aber vielleicht muss ich den Film einfach nochmal schauen. Jedenfalls werden die Leute um Lille herum gerne 'Ch'tis" genannt, da sie einen lustigen Dialekt mit vielen Sch-Lauten haben. In den Genuss bin ich auch damals während meines Orthopädie-Praktikums gekommen, bin aber ganz froh, dass in Lille nicht so gesprochen wird. Zurück zum eigentlichen Thema: Es war Vals Geburtstag und sie hatte Lust auf selbstgemachte Pizza, sodass wir leckere bunt belegte Pizza (unter anderem mit chèvre=Ziegenkäse, den Nele lieben gelernt hat) gegessen haben. Den Abend haben wir gemütlich mit einem Film und Champagner (den hat ihr Freund ihr zum Geburtstag geschenkt) ausklingen lassen. Am nächsten Tag mussten wir früh aufstehen um rechtzeitig den TGV nach Paris erreichen, der letztlich mit einer halben Stunde Verspätung abfuhr und das bei einer Fahrzeit von einer knappen Stunde. In Paris angekommen, hieß es erstmal die Jugendherberge zu finden. Nachdem wir unser Gepäck abgeladen haben, sind wir erstmal ein bisschen durch Paris getigert, haben uns in verschiedene Parks gesetzt (Nele hatte einen Berufsführer mit, den sie genaustens studiert hat um herauszufinden, was sie nach dem Abi machen möchte... und scheint am Ende auch eine Antwort gefunden zu haben) und haben uns auf den Weg zum Eiffelturm gemacht. Wegen schlechter Sicht haben wir darauf verzichtet auf den Eiffelturm zu klettern, stattdessen setzten wir uns auf die Grünfläche daneben und beobachteten die Leute. Am meisten hat es Spaß gemacht, den Hütchenspielern zuzuschauen bzw. herauszufinden, wie sie arme Touristen betrogen. Ihr kennt doch bestimmt diese Leute, die mit 3 Hütchen einen kleinen Ball in Tischtennisballgröße verstecken und diesen abwechselnd so schnell wie möglich unter einem anderen Hütchen verstecken, bis sein Gegenüber so verwirrt ist, dass dieser nicht mehr weiß, unter welchem Hütchen sich der Ball am Ende befindet. Der Gegenspieler muss Geld setzen und auf das richtige Hütchen zeigen; gewinnt er, so verdoppelt sich sein Gewinn, verliert er, ist sein gesetztes Geld futsch. So war es dann auch immer, wenn Touristen ins Spiel kamen. Zu diesem Betrügerclan gehörte aber nicht nur der Spielmacher selber, sondern auch noch einige "Mitspieler", die den Touristen vorgaukeln sollten, dass die Gewinnchancen gar nicht so schlecht standen. Doch das Spiel haben wir schnell durchschaut und umso mehr taten uns die wenigen Touris Leid, die sich tatsächlich auf dieses betrügerische Spiel einließen. Interessant war auch, dass diese Spielgruppe sich wie in Luft auflöste, als Polizei auf Fahrrädern im Anmarsch war. Wie genau sie in alle Richtungen verschwanden, haben wir immer verpasst, das bleibt uns also noch ein ungelöstes Rätsel. Einfach war aber zu beobachten, wie sie sich allmählich wiedergetroffen haben und zwar unter einem Baum auf der Grünfläche, unprofessioneller konnte man es nicht machen. Insgesamt waren Nele und ich 3 Tage in Paris. Unter anderem sind wir am Montmatre einschließlich Sacré Coeur entlang spaziert, haben Macarons probiert, haben einen Kaffee im völlig Touristen-überfüllten Café von Amélie Poulin getrunken und sind in der Rue Mouffetard gewesen, wo es Crêpes in Dönerform gab, wahnsinnig gute Erfindung! Den 1. Maifeiertag haben wir erst daran erkannt, dass sämtliche Museen und Geschäfte (Louvre eingeschlossen) geschlossen waren; leider hat es an dem Tag nicht wenig geregnet und wir mussten schauen, wo wir uns am besten unterstellten. Zwar haben wir auch die Métro genutzt, sind aber ein Großteil der Zeit zu Fuß unterwegs gewesen. So haben wir uns auch mal in Ecken verirrt, die wir so nicht angesteuert hätten. Ein Highlight war das "Le Chat Noir", ein Restaurant in der Nähe vom Moulin Rouge, wo wir recht günstig ein Abendessen bei Live-Musik genießen konnten. Dies ist, nur nebenbei erwähnt, auch mein Lieblingsrestaurant in Paris. Dort haben wir uns das wunderschöne Lied "La vie en rose" gewünscht; spätestens jetzt würde jeder merken, dass er sich im teilweise verträumten Paris befindet. Am nächsten Tag haben wir eine Art Walking Tour um die Notre Dame gemacht: Im Internet hat Nele eine witzige Route gefunden, die wir gefolgt sind. Ausgeschmückt wurde sie mit ein paar fun facts und geschichtlichem Hintergrund. So sind wir auch auf die Brücke neben der Notre Dame gestoßen, die mit unendlich vielen Schlössern von Menschen der ganzen Welt verziert, wenn nicht fast eingemauert ist. Just in dem Moment hat ein Straßenmusimer unser Paris-Lied "La vie en rose" gespielt, so konnte unsere schöne kleine Tour langsam ihren Ausklang nehmen. Abends habe ich Nele dann zum Pariser Busbahnhof begleitet, von wo sie mit dem Nachtbus gen Heimat gefahren ist. Ich habe mich dann wieder Richtung Hostel begeben, wo ich noch eine Nacht übernachten sollte, bevor das nächste Abenteuer seinen Lauf nahm.
17.5.14 22:45
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung