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Dominica

Hallo ihr Lieben, unser Ausflug nach Dominica - nördlich von Martinque gelegen - an einem verlängerten Wochenende ist zwar nun schon etwas länger her, dennoch unbedingt einen Blog wert. Edith und ich waren überglücklich, als wir es geschafft haben, uns Tickets für die große Fähre nach Dominica zu sichern. Ihr müsst euch vorstellen, dass auf Martinique Behörden-artige Gänge zunächst super kompliziert wenn nicht fast unmöglich zu sein scheinen, letztlich ist dann doch irgendwie alles ganz einfach. Jedenfalls wollten wir unsere kleine Fähre nach Fort-de-France, der Hauptstadt von Martinique, nehmen, von wo die große Fähre abfährt. An diesem Donnerstag war aber ein Feiertag - "abolition de l'esclavage" (Abschaffung der Sklaverei) -, sodass unsere Fähre gestreikt hat. Da standen wir nun am Steg mit vielen anderen Wartenden. Ich habe dann einfach ein Pärchen angesprochen und gefragt, ob wir uns vielleicht ein Taxi teilen wollen. Wie der Zufall es so wollte, hatten die beiden ein Auto und haben uns zu ihrem Ausflugsziel auf der anderen Seite der Bucht mitgenommen: Ein Marineschiff, welches für wenige Tage in Fort-de-France bleibt und nur ein paar hundert Meter von der großen Fähre entfernt lag. Dieses Pärchen haben wir dann später als Dank zu uns auf ein Bierchen eingeladen; inzwischen treffen wir uns einmal die Woche und haben sogar schon zusammen einen Wochenendausflug in den Norden von Martinique gemacht. Auf Dominica haben wir im St. James Guesthouse übernachtet, absolut empfehlenswert. Die Besitzer Carol und Phill haben uns herzlich empfangen und uns viele Informationen zur Insel gegeben. Abends haben wir in ihrem Restaurant kreolisch gegessen: Dorade mit Reis, Kochbananen und gedünsteten Bohnen, ein Gaumengenuss! Am selben Abend haben wir uns noch mit unserem Guide zusammengesetzt, um die nötigsten Dinge für unsere große Wanderung am nächsten Tag zu besprechen. So wurden wir um 6.20 Uhr von unserem Guide abgeholt und sind mit den "local busses" nach Laudat gefahren, wo unser Hike losgehen sollte. Im Reiseführer haben wir am Tag vorher folgendes gelesen und waren sehr gespannt, ob wir uns nicht zu viel vorgenommen haben: "Die 7- bis 8-stündige Tour ist anstrengend, eine Herausforderung, die nur annehmen kann, wer in guter körperlicher Verfassung und geübter Bergwanderer ist." Die hat also in Laudat begonnen, einem Dorf am Fuß des Morne Nicolas. Zunächst ging es - begleitet vom Vogelgesang des Mountain Whistlers - eine gute halbe Stunde sanft bergan durch Koniferenwälder bis zum Breakfast River. Unterwegs gab es viele kleine Informationen von unserem Guide. Hinter dem Fluss begannen die Hänge des Mount Nicolas. Der Weg wurde steiler und rutschig, führte an Wasserfällen und Schluchten vorbei - begleitet von leichtem Nieselregen. Tief hängende Wolken versperrten teilweise die Sicht, Stück für Stück gelangten wir in die höher gelegenen Elfin Woodlands, wo Zwergfichten vom Wind bizarr verformt und von Moos und Flechten überwachst sind. Schließlich folgte der schwierigste Teil der Wanderung, der "Kletterpart". Durch das Valley of Desolation, das Tal der Verwüstung, ging es über einen Ziegentrail auf nassen, glitschigen Felsen abwärts, sodass wir zum Teil auf dem Hosenboden die Felsen runtergerutscht sind. Am Ende des Kletterparts erreichte uns ein atemberaubender Ausblick: Das Schwefeltal (Sulphur Springs) mit seinen heißen dampfenden Quellen - im Hintergrund das Blubbern der kochenden Schlammlöcher. Nicht zu vergessen der Geruch nach verfaulten Eiern!! Es gibt Leute, die in den heißen Quellen Eier kochen, weswegen auch scherzhaft behauptet wird, der Geruch würde daher kommen. Unsere nächstes Ziel dieser Wanderung war der Boiling Lake, ein "kochender See". Die Seiten des Kraters fielen etwa 20 bis 30 Meter zum Wasser hin ab, da möchte man nun wirklich nicht reinfallen! Beim Boiling Lake war Halbzeit und wir haben uns eine ländere Pause verdient, bevor es wieder den ganzen Weg zurückging. Am Ende erwartete uns ein kühles Bad in der Grotte von Titou Gorge, in der wir hineingeschwommen sind, ein Traum von Natur! Hier wurde übrigens auch ein Ausschnitt aus "Fluch der Karibik" gedreht, wie so an vielen Orten dieser Insel. Abends haben wir uns ein lokales Basketballspiel auf einem Sportplatz in der Nähe angeschaut, dazu gab es "grilled barbecue chicken" als Snack und zur Erfrischung das lokale Bier "Kubuli" bzw. Kubuli Shandy (ein Bier-Brause-Mixgetränk). Den darauffolgenden Tag haben wir etwas entspannter angehen lassen. Mit den local busses sind wir zum südlichsten Ende der Insel gefahren und gelaufen, wo das Karibische Meer auf den Atlantik trifft. Auf dem Weg dorthin haben wir Soufrière durchquert, ein putziges Schifferdörfchen, wo wir uns - wie konnte es auch anders sein - ein Kokoseis gegönnt haben. Den restlichen Tag haben wir am "Champagne Beach" verbracht, der seinen Namen durch die kleinen blubbernden heißen Quellen am Strand verdient hat, die an Champagnerbläschen erinnern. Am nächsten Vormittag sind wir gemütlich über den Stadtmarkt geschlendert, ansonsten stand die Stadt still: Sonntags fahren weder die öffentlichen Verkehrsmittel noch sind lokale Restaurants geöffnet. Danach ging es mit Muskelkater, aber dennoch gut erholt mit der Fähre zurück nach Martinique.
18.6.14 23:47


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Mein Praktikum in der Kinderchirurgie

Salut à tous, die Zeit verstreicht viel zu schnell und ich habe euch so viel noch nicht erzählt. Mein Praktikum läuft inzwischen auf Hochtouren; ich bin bereits in meiner vierten Woche angelangt. Vor gut vier Wochen sind mir noch viele Fragen im Kopf rumgeschwirrt: Wie wird meine Unterkunft sein? Werden Edith (meine Mitbewohnerin) und ich gut miteinander klarkommen? Schließlich haben wir nur einmal telefoniert und uns entschieden ein Bungalow zu teilen. Wie komme ich zum Praktikum bzw. von wo fahren Fähre und Bus ab? Gibt es Wasch- und Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe? Wo muss ich mich am ersten Tag vorstellen? Letztlich ließen sich alle meine Fragen ziemlich schnell und unkompliziert beantworten. Man macht sich ja immer mehr Gedanken als nötig. Zur Zeit bin ich in der Kinderchirurgie tätig, die sowohl die Traumatologie als auch Neugeborenen-/Viszeralchirurgie umfasst. Das Team besteht aus dem "chef de service", einigen "praticiens hospitaliers", einer "interne" und vielen Kinderkrankenschwestern, die alle unglaublich aufgeschlossen und freundlich sind; insbesondere die Schwestern sind ganz herzlich und freuen sich immer, wenn ich mich darin versuche ein bisschen Créol zu sprechen. Schritt für Schritt kann ich mich immer mehr in den chirurgischen Alltag einbringen: Stationsvisite, Verbandswechsel, Gipswechsel, Röntgenbesprechung, Konsultationen und im OP. Es bringt total viel Spaß das theoretisch Erlernte endlich in die Praxis umzusetzen. Die Chirurgen bringen mir viel bei und im OP bin ich oft die erste Assistenz, wo ich immer viel erklärt bekomme. Die Ärzte sind sehr daran interessiert, mir was beizubringen und mir möglichst viel zu zeigen und freuen sich darüber, dass ich im Vergleich zu den anderen Studenten länger als nur eine Woche bei ihnen Praktikum machen kann. Im Nachhinein wäre ich gern länger in der Kinderchirurgie geblieben, da es sehr vielseitig ist und ich mich im Team richtig wohlfühle; ich freue mich aber auch schon und bin gespannt auf die kommenden Wochen in der Herzchirurgie!! Da ich morgens früh zu arbeiten anfange, bleibt mir meist sogar noch ein bisschen Zeit unseren Strand zu genießen. Bisher bin ich fast jeden Tag im Meer geschwommen, herrlich! Edith und ich sind in einem Bungalow an der Bucht "Anse à l'Âne" untergekommen. Die Fähre fährt direkt vom Strandsteg ab, was sehr praktisch ist. Auf die Fähre freue ich mich jeden morgen, auf die Busfahrt danach etwas weniger; dennoch gibt es Tag für Tag witzige Begegnungen und Gespräche. Die Menschen sind hier sehr aufgeschlossen und kommunikationsfreudig! Einige treffe ich immer wieder, sodass man sich gleich ein bisschen heimischer fühlt. Die Fahrt zum Krankenhaus dauert meist 1 1/4 Stunde, die Rückfahrt je nach Verkehrssituation 1 1/2 bis 2 Stunden. Das mag im ersten Moment etwas viel klingen, man muss aber bedenken, dass hier alles etwas gemütlicher läuft. Für die Fähre gibt es immerhin Abfahrtszeiten, für die Busse nicht wirklich. Gefühlsmäßig würde ich behaupten, sie kommen immer um eine bestimmte Uhrzeit, offiziell gibt es aber keine Zeitangaben, denn es wird einfach gewartet, gewartet und wieder gewartet. Am letzten Wochenende habe ich einen neuen Begriff gelernt: se tropicaliser. Das Warten ist neben den unzähligen Streiks, die es hier tagein und tagaus gibt, ein Teil davon. Aber mit der Zeit gewöhne ich mich daran und schließlich ist es ja nur vorübergehend. Inzwischen haben Edith und ich uns einen kleinen Freundeskreis aufgebaut, mit denen wir uns oft treffen. Dienstags gibt es bei uns am Strand immer einen Barbecue-Abend, der sich zu etablieren scheint. Letzten Mittwoch bin ich mit anderen PJlern zum ersten Mal Surfen gewesen, das hat Spaß gemacht!! Zugegebenermaßen war es auch ziemlich anstrengend, aber umso stolzer war ich, als ich fast bis zum Strand gesurft bin. Dann haben wir noch kréolisch gekocht: Dorade mit Limette, Süßkartoffeln, Tomatensalat und dazu Fruchtsalat aus tropischen Früchten. Für Fischliebhaber ist es hier das absolute Paradis! Letzte Woche waren wir bei Freunden zu einem "soirée" eingeladen, wo es - wie kann es auch anders sein - viel Rum gab. Ein Klassiker ist der sogenannte Ti-Punch, wobei mein Favourit Rum mit Passionsfrucht und Rohrzucker ist, sehr lecker! Ganz lecker sind auch neben "Poulet boucané" (gegrilltes Hähnchen) die sogenannten "Accras" (frittierte Fischkrapfen) und "Colombo" (Fleischcurry). Zudem bin ich auch ein großer Fan von Kochbananen geworden! Wusstet ihr, dass Bananen zu 40 % der Exporterlöse Martiniques beitragen und 80 % der in der Landwirtschaft Beschäftigten im Bananenanbau tätig sind? Dies und vieles mehr habe ich bei meinem letzten Ausflug in den Norden von Martinique gelernt, aber dazu wie immer später mehr in einem der kommenden Blogs.
14.6.14 02:56


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