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Trinidad & Tobago

Hallo alle zusammen, schließlich schreibe ich meinen vorerst letzten Blog. Inzwischen bin ich nun schon knapp 3 Wochen zuhause und habe mein Chirurgie-Praktikum am Klinikum Reinkenheide in Bremerhaven angefangen. Die Zeit in der Karibik ging rasend schnell rum! Meine Zeit auf Martinique hat mir sehr gut gefallen und zum Abschluss sollte es nochmal auf Reisen gehen: Und zwar nach Trinidad und Tobago oberhalb von Venezuela. Von Fort-de-France bin ich über Barbados mit Zwischenlandung auf Grenada nach Port of Spain, Trinidad, geflogen. Am Flughafen wurde ich von Trevor, dem Hoteltaxifahrer, abgeholt. Auf dem Weg zum Hotel haben wir an einem Roti-Schnellrestaurant gehalten und ich bin in den Genuss von leckerem "fish roti" gekommen, eine Teigrolle mit Currysauce gefüllt mit Fisch. Auf Trinidad leben viele Inder, die viele kulinarische Delikatessen eingeführt haben. In der englischen Sprache macht sich auch ein leicht indisch-britischer Akzent bemerkbar. Schließlich bin ich im Hotel in San Juan angekommen, wo mich meine Mitbewohnerin Edith in Empfang genommen hat. Sie ist einen Tag früher angereist, da viele Flüge ausgebucht waren. Das Hotel selbst war ziemlich schäbig, aber sauber und man fühlte sich bei der freundlichen Besitzerin Maria sicher, obwohl San Juan nicht gerade die sicherste Gegend sein soll, was auch den günstigen Preis erklärte. Den Abend haben wir gemütlich mit Marmeladenbrot, heißer Schokolade und Film verbracht. Am nächsten Morgen stand zum Warmwerden eine Tour durch Port of Spain auf unserer To-Do-Liste, unter anderem haben wir Downtown und die Straße der 13 Häuser durchquert mit seinen schönen alten Gebäuden. Von dort ging es Richtung Norden über Santa Cruz durch den Regenwald, wo es prompt angefangen hat zu regnen. Zwischendurch gab es verschiedene Stopps: Blick auf die wunderschöne Felsenküste von Balata Bay und auf die für Trinidad bekannte Bucht Maracas Bay. Am Maracas Bay haben wir den Strand mit seinen hohen Wellen genossen und bei Richards Bake n'Shark gegessen. Am späten Nachmittag stand eine richtig tolle Bootstour auf dem Programm - organisiert von Gunda, einer Deutschen, die vor etwa 30 Jahren nach Trinidad ausgewandert ist. Mit noch einem weiteren Touri aus New York und einigen Einheimischen (ihre Familie und Freunde) haben wir eine schaukelige Bootstour nach Chacachacare Island gemacht, einer ehemaligen Lepra-Insel vor Trinidad. Auf dem Boot gab's Snacks und jede Menge Rum, Wein und Softdrinks. Mit lauter Soca-Musik wurde die kleine Insel angesteuert. Bei Sonnenuntergang haben wir die Insel mit seinem ehemaligen Krankenhaus und Friedhof erkundet und uns von diesem historischen Ort faszinieren lassen. Danach wurde auf dem Boot zu lauter Soca-Musik getanzt - deren Tanzstil wird Whining genannt. Bei Dunkelheit sind wir alle ins Wasser gehüpft und haben mit einem Gläschen Wein in der Hand ganz dekadent die ruhige See genossen, bis es schließlich wieder gegen Mitternacht zurück zum Ufer gehen sollte. Ein wirklich schöner und aufregender Tag ging zuende. Für den nächsten Tag war eigentlich ein Kurztrip zu den Edith Falls angedacht, der allerdings kurzfristig abgesagt wurde, sodass ich Zeit hatte Postkarten zu schreiben und meinen vorigen Blog weiterzuschreiben. Vor der Fährenüberfahrt nach Tobago sind wir noch etwas zu Fuß durch Trinidad Down Town unterwegs gewesen, wo wir uns aber zu zweit als junge Frauen nicht ganz sicher gefühlt haben und froh waren, die Fähre betreten zu dürfen - die im Übrigen punkt 17 Uhr losgefahren ist. Bei der Ankunft sind alle wie Flüchtlinge Richtung Ausgang gedrängelt; Edith und ich waren fast die einzigen Europäer an Bord. Um sein aufgegebenes Gepäck abzuholen wurde zunächst brav gewartet, bis bei Startschuss alle zu ihren Koffern stürmten. Die Aufkleber am Koffer wurden aber mit dem Ticket abgeglichen, sodass jeder mit seinem eigenen Koffer den Fähranleger verlassen hat. Vor Ort wurden wir von einem sehr freundlichen Fahrer abgeholt und zu unserer Unterkunft gebracht. So sind wir vom Süden der Insel in den Norden gefahren. Auf dem Weg haben wir auch einige Stopps gemacht: Halt auf der Straße bei völliger Dunkelheit, nur Hundebellen und das Quarken der Frösche waren zu hören. Zudem hatten wir einen tollen Blick auf das Lichtermeer von Charlotteville, wo unser Hotel, das Top River Pearl Hotel, lag. Dieses gehört einem Deutschen und wird unterhalten von einem Einheimischen, der selbst lange Zeit in Österreich gelebt hat. Edith war sehr müde, dass sie schon früh ins Bett gegangen ist; ich habe aber noch eine Kleinigkeit gegessen und habe so ein paar Einheimische und eine mit ihnen befreundete Französin kennengelernt. Es stellte sich heraus, dass diese jungen Männer Fischer waren - wie so etwa jeder auf dieser Insel - und dass sie morgen wieder mit ihren Booten aufs Meer hinausfahren wollten. Da habe ich meine Chance gesehen zu fragen, ob sie zufällig die Westküste Richtung Süden entlangfahren und schon war unser Transfer zum nächsten Ziel organisiert. Nach gemütlichem Frühstück mit Fisch, frittiertem Brot, Tomaten und Naturkakao haben Edith und ich das Schifferdörfchen erkundet und sind zum Pirate's Bay gelaufen um dort den Vormittag zu verbringen. Pirate's Bay ist ein Paradies: Eine fast menschenleere, wunderschöne Bucht, umrandet von bergiger Waldnatur mit Blick auf weitere Strandbuchten. Ich glaube mein Paradies in der Karibik gefungen zu haben! Ein so wunderschöner, entspannter ruhiger Ort mit freundlichen Menschen, der von Touristen bisher fast noch verschont wurde. Also pssst, es soll ein Geheimnis bleiben! In der Bucht ragte ein Felsen hervor, wo ich noch schnorcheln war und viele bunte Fische entdeckt habe. Damit habe ich Edith Vorfreude auf ihren Tauchkurs gemacht, den sie machen wollte, wenn ich zurück nach Deutschland fliege. Um 13 Uhr wurden wir mit Sack und Pack von dem Schiffer mit seinem Schifferbötchen abgeholt und sind an der Küste entlanggeschippert. Das Wetter war herrlich und Cheysie hat uns bei gutem Seegang die Küstenlandschaft erklärt mit seinen Bothers & Sisters, dem Evil Rock und Bloody Bay. Die Überfahrt zum Englishman's Bay war einer der Höhepunkte dieses Abenteuers und wir haben es sehr genossen. Am Englishman's Bay sind wir mit Köfferchen und Rucksack gestrandet - nun weiß ich, woher die Inspiration für das Buch Robinson Crusoe herkommt. Es ist ein absolutes Paradies mit herrlichem Wasser umgeben von vielen Palmen. Hier hätten wir ewig bleiben können! Am späten Nachmittag wurden wir aber wieder von unserem Fischer abgeholt und die weinigen Leute, die auch an dieser Bucht waren, haben nur verdutzt geschaut, als wir mit Sack und Pack aufs Bötchen gestiegen sind. Von hier sind wir zum Castara Bay gefahren, unser letztes Ziel für heute. Am Strand angekommen, haben wir nur "Schweinsteiger" aus einer Strandbar gehört und wir sind vor Freude schreiend mit Köfferchen und Rucksack zum Fehrnseher gerannt. Edith ist normalerweise gar kein WM-Fan, war dann aber auch überglücklich das Spiel Deutschland - Brasilien zu sehen, zumal wir gar nicht mehr damit gerechnet haben eine Strandbar zu finden, die das Spiel überträgt. Der Großteil der Einheimischen war für Deutschland und sie waren genauso außer Rand und Band wie wir und freuten sich das Spiel mit Deutschen zu schauen. Die Stimmung war der reine Wahnsinn, zum Spiel gab es ein gekühltes Stag und dazu Krabbe in Currysauce und Kokosgries von den Einheimischen. Die Tore fielen so schnell, dass wir fast nicht mehr aufgehört haben rumzuspringen und rumzuschreien - 7:1, der absolute Hammer, wobei mir die Brasilianer schon etwas Leid taten. Die Locals haben uns freundlichweise noch zu unserer Unterkunft begleitet, das River Side Cottage, ein niedliches familiengeführtes kleines Hotel. Am Abend wurden wir von den Locals eingeladen zum Limin' oder Scaggin', einfaches Rumhängen mit der Intention nichts zu tun und einen entspannten Abend zu verbringen. So sind wir letztlich im Blue Mango, einer Bar in der Nähe vom Strand, gelandet und haben die Musik genossen und Karten gespielt. Am anderen Morgen wurden wir zeitig von unserem Driver abgeholt und haben uns auf den Weg Richtung Scarborough im Süden der Insel gemacht. Nochmals hatten wir einen tollen Ausblick auf Charlotteville. Ein weiterer Stopp kam einem Wasserfall zugute, wo ein alter Film namens "Swiss Family Robinson" gedreht wurde, den er in seiner Kindheit gesehen hatte. Während der Fahrt hat er aus seinem Leben erzählt und es hat so viel Spaß gemacht ihm dabei zuzuhören. Vom Fort King George, einem ehemaligem Militärstützpunkt, hatten wir einen prima Blick auf Scarborough und das Wetter hat ausgezeichnet mitgespielt. Unser nächstes Ziel war Crown Point, von dort sind wir mit einem Touribötchen auf den Atlantik hinausgefahren. Dort ließen sich Korallen gut durch das flache türkisfarbene Wasser erkennen. Hier sind wir etwas geschnorchelt, allerdings mussten wir uns an einem Seil festhalten, weil die Strömung zu stark war. Wir sind weiter hinausgefahren und haben mitten auf dem Meer gehalten um im Meer zu baden. Das Wasser war unglaublich schön und so flach, dass man hier stehen konnte. Den Weg zurück an Land haben wir an Deck verbracht und haben die Aussicht auf entfernte menschenleere mit Palmen umrahmte Strandbuchten genossen. Den restlichen Nachmittag haben wir am Pigeon Point, einem weißen Sandstrand mit vielen Ständen, verbracht. Später hat uns unser Driver wieder abgeholt und uns zu unserer letzten Unterkunft gebracht, welche an einer schnuckeligen Fischerbucht gelegen war. Vor dem Abendessen haben wir noch etwas Zeit am Bucco Bay, der anliegenden Bucht, verbracht, der aber im Vergleich zu den anderen Buchten eher eine Enttäuschung war. Dort hat witzigerweise ein Fernsehteam vom ZDF für eine Dokumentarsendung gedreht, sodass Edith und ich in den kommenden Wochen neben den Pferdereitern bei Drehscheibe oder HalloDeutschland zu sehen sein werden. Das Fernsehteam haben wir abends beim Essen getroffen. Unseren letzten gemeinsamen Abend haben wir es uns gutgehehen lassen und Krabben ins Kokossauce bestellt, die auch unglaublich lecker waren. Am kommenden Tag wurde Edith früh morgens zum Tauchen abgeholt, ich hatte noch einige Stunden, bevor es mit der Fähre zurück nach Trinidad ging. So habe ich den Vormittag am Bucco Bay verbracht, bis es angefangen hat zu regnen. Mittags kam ich nochmal in den Genuss eines leckeren selbstgemachten Milchshakes mit Mango und co. von einem Stand um die Ecke und habe noch etwas in meinem Buch weitergelesen. Vor der Fährenüberfahrt nach Trinidad war ich doch etwas nervös, weil noch eine lange Rückreise vor mir lag. Die Fähre fuhr aber wieder pünktlich ab und in Trinidad wurde ich von einem von Gundas Reiseführern abgeholt. So habe ich mich sicher gefühlt und der Abend war organisiert. Zunächst sind wir an der Straße der 13 Häuser und Downtown entlang zur Snackmeile nahe eines großen Platzes gefahren, wo am Anfang des Jahres der bekannte Karneval stattfindet. Dort habe ich die sogenannten Doubles probiert, zwei Teigfladen gefüllt mit Kichererbsen und Gewürzen - eine Kleherei aber lecker. Mit gefülltem Magen ging es an der Partymeile vorbei zur ersten Steel Pan Band, die in einem Hinterhof probten. Dort haben wir noch weitere Touris angetroffen, mit denen wir Steel Pan Band-Hopping gemacht haben. Insgesamt haben wir uns drei verschiedene Bands angehört und sie haben doch unterschiedlich geklungen. Manche haben ganz traditionell ausschließlich auf Ölfässern gespielt, andere haben auch weitere Instrumente mit eingebunden. Die letzte Band sollte die bekannte All Star Steel Pan Band sein, die auch 2006 bei der WM aufgetreten ist. Leider war sie an diesem Abend erfrüht mit Proben fertig, sodass wir eine andere Band beim Proben zugeschaut haben. Bevor es zum Flughafen ging, sind wir zu einem Aussichtspunkt gefahren, von wo man auf das beleuchtete Port of Spain schauen konnte. Danach begann meine lange Rückreise, am Airport von Port of Spain habe ich meinen letzten Blog geschrieben. Von Trinidad sollte es frühmorgens nach Fort-de-France gehen, von dort abends nach Paris mit Landung am nächsten Vormittag (natürlich auch wieder mit deftiger Verspätung) in Paris, wo ich einen sonnigen Tag verbracht habe, bis ich abends den Nachtbus nach Hannover genommen habe. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich etwa 4 Stunden Schlaf und war trotzdem putzmunter, als mich Kirsten am anderen Morgen aus Hannover abgeholt hat. Schließlich bin ich sicher und gesund zurück in Wiemsdorf angekommen.
30.7.14 19:10


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Meine letzten Wochen auf Martinique

Hallo ihr Leseratten, eigentlich versuche ich mich in meinen Blogs kurzzufassen, was mir aber bisher kaum gelungen ist und mir diesmal keinesfalls gelingen wird, weil ich euch gern so viel wie möglich erzählen möchte. Die Zeit ist wie im Fluge verstrichen und ich hatte gestern bereits meinen letzten Praktikumstag. À propos, gerade befinde ich mich im Flugzeug von Barbados über Grenada nach Trinidad, aber meinen Blog werde ich wohl erst fertiggestellt haben, wenn ich wieder in Deutschland bin. Trotzdem möchte ich euch meine Erlebnisse der letzten Wochen nicht vorenthalten. Bevor mein Praktikum in der Herzchirurgie angefangen hat, haben wir zusammen mit den anderen PJlern bei Bernie und Jojo das Eröffnungsspiel geschaut. Ich gebe zu, dass dieses Fußball-Weltmeisterschafts-Fieber am Anfang recht gedrückt und ganz anders als sonst in Deutschland war, aber mit der Zeit immer mehr sowohl bei mir als auch bei den Einheimischen aufgeflammt ist. Abends gab's dann nach dem Sieg von Brasilien selbstgemachte Käsespätzle süddeutscher Art und ich habe sogar fleißig mithelfen können. Das Wochenende vor meinem neuen Praktikum war höchst erlebnisreich. Samstagmorgen haben Edith, Kerstin und ich unser "Baptême" (Schnuppertauchen) gemacht. Dazu sind wir mit einem Boot aufs Karibische Meer hinausgefahren, um an der Südwestküste Martiniques die Unterwasserwelt unsicher zu machen. Auf dem Boot gab es noch so einige nützliche Erklärungen (auf Französisch wohlbemerkt), was wir zu beachten hatten. Beim Tauchgang selbst wurden wir jeweils von einem Tauchlehrer begleitet. Der Druckausgleich ist mir recht gut gelungen, denn das war meine größte Sorge. Unter Wasser hatte ich sogar Zeit die Korallen und Fische zu genießen und war so begeistert davon, dass ich mit der Sauerstoffflasche so lange ein- und ausatmen konnte, verrückt! Während des Tauchgangs konnten wir keine Fotos machen, dafür aber danach beim Schnorcheln. Der Nachmittag war auch voller Action: Vom Anse Noir gestartet hat unsere PJler-Gruppe mit Kajaks zunächst eine Fledermaus-Höhle und dann eine kleine Insel kurz vor Martinique erkundet. Als Proviant waren stilgerecht frische Maracuja und Mango an Bord. Das Wetter war herrlich und die Wasserspritzer im Gesicht durch den Wellengang taten richtig gut. Der Sonntag wurde etwas ruhiger angegangen und am Strand von Les Salines im Süden von Martinique verbracht. So konnte ich mich noch etwas entspannen, bevor am Montag also mein zweites Praktikum losging. Das Praktikum in der Herz-, Thorax-, Gefäßchirurgie hat mir gut gefallen, wobei ich diesmal etwas weniger mithelfen konnte als in der Kinderchirurgie. Dennoch habe ich im OP assistiert und Visiten teilweise eigenständig durchgeführt und danach nochmal mit dem behandelden Arzt besprochen. Was die Thematik anging, habe ich viel mitnehmen können; die Herzchirurgie ist wirklich äußerst interessant! Mit den chirurgischen Kollegen hatte ich Glück, denn sie waren genauso WM-begeistert wie ich. So haben wir am ersten Arbeitstag das erste Deutschlandspiel gegen Portugal gemeinsam angesehen. Generell habe ich deren Sympathie gewinnen können, da ich immer auf dem neuesten Stand bezüglich der Spielergebnisse war. Zusammen haben wir noch das ein oder andere Fußballspiel mitverfolgt. Die letzten Wochen sind so schnell verstrichen und ich habe in so kurzer Zeit so viel erlebt, dass ich mich freue nochmal alles Revue passieren zu lassen. Inzwischen sitze ich am Flughafen von Port of Spain in Trinidad und warte auf den Check-in für meinen Flug nach Martinique. Gerade ist es 1h38h und mein Blog zu schreiben dient mir auch wach zu bleiben. Meine Rückreise wird ab diesem Moment an noch ganze 49 Stunden und 22 Minuten dauern, sofern ich am Sonntag nach Plan zuhause ankomme. Nun aber zurück zum Wesentlichen: Dienstags wurde fleißig unser Barbecue-Abend aufrechterhalten, der wie immer gut war und wir konnten immer mehr Leute davon begeistern. Diesmal gab's als Gemüsebeilage einen Bananengratin, sooo lecker! Und ja, das geheime Rezept haben wir auch bekommen, da uns die Besitzerin schon mit Namen kennt. Schnorcheln am Anse Noir stand eines späten Nachmittags auch auf dem Programm. Der Anse Noir, wie der Name schon sagt, hat puderartigen schwarzen Sandstrand. Eine Bucht weiter liegt im Kontrast dazu der Anse Dufour, ein Strand mit hellem Sand. Beim Kajakfahren am Samstag hatten wir einen tollen Blick vom Wasser auf die beiden unterschiedlichen Buchten. Am kommenden Samstag haben wir deutschen PJler und Mooti, ein PJler aus der Schweiz, das Fußballspiel Deutschland gegen Ghana bei uns am Strand angeschaut. Zugegebenermaßen viele Deutschlandfans neben uns gab es nicht, sodass ein 2:2 für beide Seiten auszuhalten war. Am Sonntag haben Edith und ich uns zu einer Bootstour zu den Delfinen vor Schoelcher entschlossen und wurden keineswegs enttäuscht; im Gegenteil, vom Wasser aus hatten wir eine gute Sicht auf die Küste von Martinique. Wir sind bei uns am Fähranleger gestartet und an Fort-de-France vorbei Richtung Schoelcher gecruist. Dort gab es auch eine große Delfinfamilie zu beobachten. Paar- und Gruppenweise sind sie vor uns hergehüpft. Als das Boot am Ende der Tour nochmal etwas beschleunigt hat, haben sich die Delfine darauf eingelassen mit uns zu spielen und ein paar Kunststücke zu machen. Da sie so schnell waren, war es schwierig dies auf Fotos festzuhalten, es ist mir dennoch ein paar Mal gelungen, aber schaut selbst! Delfine sind schon was tolles, die hätte ich den ganzen Tag beobachten können. Der Nachmittag wurde ruhig an unserem Strand angegangen (der erste Sonntag bei uns am Strand!), um abends fit für das Ti Sable zu sein. Im Ti Sable gibt es immer Livemusik und wir haben uns am Strand von den Zahnis ein neues Würfelspiel beibringen lassen. Diesen Dienstag haben wir unser Zahnipärchen und ein befreundetes Pärchen von unserem Barbecue-Abend begeistern können. Vorher haben wir sie aber - getreu der französischen Gastfreundlichkeit - zu einem kleinen Apéro mit Baguette-Ziegenkäse-Dattelhäppchen und Piña Colada-Likör zu uns eingeladen. Kommenden Donnerstag sind wir nach der Arbeit zusammen mit den deutschen PJlern nach Tartane im Osten von Martinique gefahren, um uns dort in einer Bäckerei das Spiel Deutschland gegen USA anzusehen. Und wie konnte es besser kaum sein: Deutschland hat gewonnen und wurde Gruppenerster. Somit höchst motiviert sind wir danach auf der Halbinsel wandern gewesen. Die Sonne war an diesem Tag besonders stark und ich war froh, meinen Sonnenhut dabei gehabt zu haben. Die Wanderung bot wunderschöne Aussichten auf die östliche Küste von Martinique. Zudem haben wir einen kleinen Mangrovenwald unsicher gemacht. Doch etwas erschöpft haben wir den Abend mit allen bei Bernie und Jojo ausklingen lassen. Dort hat Jojo für alle Mann Risotto gekocht, als Apératif gab es einen leckeren Kaffeelikör. Am nächsten Morgen musste ich leider früh aufstehen und habe es irgendwie geschafft, den Bus in die falsche Richtung zu nehmen. So habe ich schon am Morgen eine einstündige Sightseing-Tour durch Schoelcher gemacht, was ich richtig genossen habe. Letztlich ist es den Ärzten nicht mal aufgefallen, dass ich zu spät zur Arbeit kam; im Gegenteil, sie waren positiv überrascht, dass ich schon in OP-Kleidung auf Station angekommen bin. Der kommende Abend ging weniger ruhig weiter. Unsere Zahnis haben uns zum "Fête de la musique" in Schoelcher mitgenommen. Überall sind kleine Gruppen aufgetreten und Drum Bands haben sowohl mit ihrer Musik als auch mit Tanz und Outfit für gute Stimmung gesorgt. Dieses Wochenende war anders als alle anderen, denn diesmal fand ein Fest an unserem Strand l'Ânse à l'Âne statt. Unter anderen gab es ein Beachvolleyball-Tunier, an dem ich zwar mit viel Spaß aber erfolglos teilgenommen habe. Für die Spieler gab's den ganzen Tag gratis Getränke, ein Mittagessen und ein Trikot vom Volleyball-Team aus Trois Îlets. Am Abend bin ich zu Doris, einer Deutschen, gefahren, um am nächsten Morgen mit ihr und ein paar Leuten aus ihrem Wohnheim den Mont Pélée zu erklimmen. Der Aufstieg war anstregender als zuvor angenommen und so waren wir umso stolzer, als wir oben angekommen den Krater dieses Vulkans bestauen konnten. Zwischendrin ist es etwas aufgeklart, sodass wir auf das Fischerdörfchen Prêcheur blicken konnten. Nachmittags wollte ich die Fähre zurück nach l'Ânse à l'Âne nehmen; die hat aber zwei Stündchen auf sich warten lassen. Witzigerweise habe ich aber ein paar französische Studentinnen getroffen, die ich erst eine Woche zuvor beim Mittagessen kennengelernt habe. Mit ihnen habe ich dann noch die Zeit am kleinen Strand von Fort-de-France verbracht. In l'Ânse à l'Âne angekommen war das Strandfest in vollem Gange: Bootrennen, Snacks, Tombola, etc. Abends haben wir uns das Konzert zusammen mit den Deutschen und allseits bekannten Zahnis angehört. Mein letztes Wochenende auf Martinique ging zuende und Edith und ich organisierten auf Hochtouren à la dernière minute noch Unterkünfte für unseren Urlaub auf Trinidad und Tobago. Montagnachmittag, gerade noch rechtzeitig von der Arbeit zurückgekommen, habe ich mir mit Jess und Maxime das Spiel Deutschland gegen Algerien angeschaut... und dadurch, dass Deutschland mit Erfolg aus dem Achtelfinale gegangen ist, ein Bier gewonnen! Mittwochmorgen stand noch eine "dégustation" (Rumprobe) bei J&M an (diesmal steht das J für Jess und M für Maxime, wir haben aber mal mit den beiden die Distillerie JM besichtigt). Am nächsten Abend haben alle Snacks für das Buffet an meinem Abschiedsabend vorbereitet; ich habe wieder meine bekannten Baguette-Ziegenkäse-Dattel-Häppchen gemacht und zum Nachtisch Ch'tiramisu und Brigadeiro (brasilianische Pralinen passend zur WM) vorbereitet. Es war ein richtig schöner Abend und ich war so gerührt, als Edith mir ein kleines Abschiedsgeschenk überreicht hat - nämlich ein Märchenbuch auf Créol und Französisch geschrieben, in denen jeder eine kleine Notiz hinterlassen hat. Auf meinem Rückflug werde ich es mir dann durchlesen. Dieser Abend wurde auch zum Anlass genutzt in Jojos Geburtstag reinzufeiern. So haben wir noch eine Weile am Strand zugebracht, bis Jojo nach Mitternacht seine Geschenke öffnen konnte. Am nächsten Tag, meinem letzten Praktikumstag, durfte ich früher gehen, da heute das Viertelfinale Deutschland - Frankreich stattfand. So ist unsere deutsche Truppe zum Strand in Schoelcher gefahren um sich dort das spannende Spiel anzuschauen. Nach dem Spiel konnten wir zufrieden am Strand entspannen und schnorcheln gehen. Diese Bucht finde ich so unglaublich schön, gut dass ich sie vor meiner Abfahrt noch kennenlernen durfte. Meinen letzten Abend auf Martinique haben wir bei Tom, einem deutschen Medizinstudenten, verbracht und noch ein letztes Mal gegrillt, bevor es am kommenden Morgen nach Trinidad und Tobago gehen sollte!
11.7.14 11:06


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